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European Juggling Convention – Toulouse

 

Die Reise begann um 2 Uhr morgens am Stuttgarter Flughafen. Den Tag zuvor gearbeitet, Urlaubsübergabe gemacht und mir selbst versprochen genug zu schlafen um fit für die Reise zu sein. – Nichts da! Halb am schlafen, eben noch schnell einen Film angesehen schon mussten wir auf die S-Bahn zum Flughafen. Darauf folgten die üblichen Konsequenzen wenn man mal wieder gedacht hat: “Schlaf, wer braucht das schon? Wir feiern in die Ferien!” Auf die erste Phase in welcher man noch Fit ist folgt die hibbelige in der man nicht mehr ruhig sitzen kann. Schnell darauf geht man sich nur noch auf die Nerven. Natürlich weiß man selbst am besten welcher Check-In wo ist ist genervt von der fehlenden Orientierung der Mitreisenden. Schnell realisierte ich dass mein vor ca. 2 Jahren erlerntes Schulfranzösisch sehr Fehlerhaft war, dennoch schien aber niemand besser englisch zu sprechen als dass wir so hätten besser kommunizieren können.

Lange Rede kurzer Sinn, in Toulouse angekommen war all das egal. Schließlich waren wir jetzt auf der EJC. Dem Jonglagefestival schlechthin. Auf uns wartete eine Woche voller spektakulärer Eindrücke, Menschen aus allen Ländern der Welt. Die besten Jongleure, Verrückte, Auffallende und anders gesinnte Menschen! Auf dem Europäischen Jonglierfestival wird die nie langweilig, du siehst so gut wie immer etwas Neues. Die Stimmung lässt sich schwer beschreiben, aber ich fühle mich sobald ich unter Jongleuren bin direkt wie in einer anderen Welt. So gut wie alles wird toleriert. Willst du laut schreien? Willst du Tiergeräusche von dir geben? Klingt komisch, aber niemanden würde es stören. Das ganze kann man natürlich auch auf einer Einkaufsstraße in Stuttgart machen, aber schnell würdest du damit verurteilende Blicke auf dich ziehen. Ich saß mit meiner Kamera gerade an einer Fassade und beobachtete das geschehen. Ein Mann fing an im “We will rock you” Stil zu klatschen. Kurz darauf hatte sich ein riesen Kreis gebildet und alle fingen an zum Grundbeat mit Händen, Füßen und Mund zu improvisieren. Wenn du dann die einzelnen Personen beobachtest, wie die einzelnen Blicke sich treffen, scheint Sympathie gegenüber jedem da zu sein.
Das ganze ist nicht zu verallgemeinern, aber so nehme ich es wahr. Deswegen fühlt es sich so gut an und das macht für mich das Schöne der EJC aus.

24 Stunden zuvor noch in der S-Bahn gesessen, ein Ort an dem man ins Handy, bestenfalls ins Buch starrt, sich hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt. Das nenne ich einen Kontrast.

Das Zelt im Regen bei Sonne aufgebaut, der mehr eine angenehme lauwarme Dusche als ein Hinderniss war. Das Gelände, rießig. Viel zu entdecken. So dass man sich über das komplette Festival manchmal nur jeden zweiten Tag über den Weg lief insofern man nicht am selben Spot war. Die EJC lässt sich für mich am besten mit Stichworten zusammenfassen. Da ich kein Fan von rießen Texten bin hier meine Zusammenfassung, das Ein oder Andere lässt sich im Video finden:

Jonglieren am Flughafen, Französische Metro, Endstation Centre Ville, vom McDonalds aufs Festivalgelände, Family Camping, 35° im Schatten, Privat-Kinderpool vor dem Zelt, Lebensmenschen, Zeltnachbarn aus anderen Ländern, 4 Diabolo Jonglage, Bolognese vom Campingkocher, Bartent, 1€ Pfand EJC Becher, Wasserpfeife, Einkaufswagen voll Pfandgut, ups kein Pfand in Frankreich, KFC, die Schönheit Toulouse und die Schönheiten aus Toulouse, motorisierte Zweiräder wo man hinsieht, Party Mobil, Grinden auf dem Einrad, Fallen, wieder aufstehen, sich vergleichen, realisieren was es alles gibt, jeden Tag erneut, Vollendung des Festivals in der Innenstadt, Toulouse gestürmt, die Brunnen bestiegen, Jonglierwettbewerbe vor wunderschöner Kulisse, mit dem letzten Jongleur vor dem Heimflug am Flughafen das letzte mal gemeinsam in Toulouse jongliert.

Am letzten Tag, kurz vor der Abreise bleibt nicht viel mehr als die Frage wo die ganze Woche hin ist. Vorbeigerauscht, zurück zum Flughafen, durch die wunderschöne Stadt Toulouse. Erst nach und nach, langsam realisiert man die schöne Zeit. Erinnert sich. Vor allem beim Schneiden des Videos habe ich meine Lieblingsmomente wieder erlebt.

Es ist immer schwer einen Mix daraus zu finden das Geschehen an sich zu genießen und dennoch schöne Bilder für den Film zu finden. Beim Schneiden denke ich mir immer: “Mensch, von dieser Aufnahme hättest du locker nen zweiten Take machen sollen.” Jedoch will ich ja nicht nur Filmen sondern auch selbst teilhaben. Ich bin gespannt auf Eure Rückmeldungen. Dankbar für jeden Kommentar und wenn euch all das hier gefällt freue ich mich über Eure Unterstützung. Verbreitet das Video!

Enjoy, Felix!